Therapie – Was für ein Wort…

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Therapie – Was für ein Wort…

Was sich doch alles hinter diesem Wort verbirgt.
Wenn dir jemand sagt: „Ich bin in therapeutischer Behandlung.“ Dann ist das eine Aussage, die dir gleich klar macht: Mein Gegenüber braucht Hilfe.
Therapie – Das Wort selbst kommt aus dem altgriechisch und bedeutet so viel wie „Heilen, Pflegen“. Hilfe brauchen ist jedoch noch zu unspezifisch. Es könnte alles sein – Ergotherapie, Physiotherapie oder Schmerztherapie. Diese Formen von Therapie scheinen auch gerade noch gesellschaftstauglich zu sein – aber Psychotherapie?

Nein, Psychotherapie ist das nicht. In unserer Gesellschaft ist es meist noch ein Tabu-Thema. Denn mit dem Wort „Psychotherapie“ schwingt immer auch die Schwäche des Gegenübers mit. Schwäche ist für die meisten Menschen immer noch sehr negativ beleg.
Mir scheint, dass Psychotherapie ein Synonym für „Mensch zweiter Klasse“ geworden ist.

Seit wann ist „Hilfe brauchen“ gleichbedeutend mit der Abwertung der eigenen Person?

Kein Mensch kann alles können, kein Mensch kann alles wissen. Sonst müssten wir nicht in die Schule gehen, es gäbe nicht diese Fülle an diverser spezifischer Ausbildungsberufe und Fortbildungen. Menschen hätten auch nicht unterschiedliche Begabungen und Interessen. Es ist von der Natur so gewollt, dass nicht jeder Mensch die vollkommene Perfektion in jedem Bereich erlangen kann. Nur so kann auch Entwicklung vorankommen.

Im Alltag erleben wir nahezu täglich verschiedene Formen von „Hilfe brauchen“.

Du fragst den Nachbarn mal eben um Hilfe beim Waschmaschine in den Keller tragen – ok.
Du besuchst einen Kurs um eine Fremdsprache zu lernen – ok.
Du verletzt dich beim Sport und lässt dich medizinisch versorgen – ok.
Du erleidest z. B. aufgrund einer traumatischen Erfahrung eine seelische Verletzung und brauchst Hilfe – nicht ok?

Sobald die benötigte Hilfe unsere Seele betrifft, scheint es als sei das ein gesellschaftliches Tabuthema. Von Depressionen oder Burn-Out kannst Du nur den engsten Vertrauten erzählen, auf keinem Fall „Freunden“ oder gar dem Arbeitgeber. Eine seelische Krankheit oder Verletzung ist ein Aktenverweis, ein Makel, ein Stempel auf dem steht „Dieser Mensch funktioniert nicht.“

Wo ist unsere Gesellschaft nur so arg falsch abgebogen?

Ich wünsche Dir so sehr, dass du den Mut aufbringst aufzustehen. Dass du dich traust es auszusprechen. Ich wünsche Dir, dass du Deinen Helfer findest. Es ist kein Makel Hilfe zu brauchen. Es ist Verantwortung sich Hilfe zu suchen. Die Verantwortung sich selbst gegenüber. Steh auf, hör auf deine Seele und tu das was ihr gut tut.

Ob dein Helfer nun Coach, Therapeut, Freund, Haustier oder sonst wie heißt, das ist nebensächlich. Im Grunde wollen alle diese Helfer dasselbe – Dir helfen, dir gut zu tun.